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Tomasi Sulu’ape bei ZDF „sonntags“: Unsere Haut – Spiegel der Seele?

Tattoos als Teil der eigenen Identität.


12 Millionen Deutsche, also jeder 6., tragen heute ein Tattoo. Ob spontan oder lange geplant, im Katalog ausgesucht, aus Spaß oder selbst gezeichnet: der Hautschmuck ist in unserer Gesellschaft angekommen und etabliert, soll aber vor allem eines: gut aussehen. „Die aus der polynesischen Kultur stammende ursprüngliche Tätowierung dagegen erzählt viel über die Menschen, die sie tragen“, berichtet der Tattoomeister Tomasi Sulu’ape in der ZDF Sendung „sonntags“: „Unsere Haut – Spiegel der Seele?“.

Seinen deutschen Namen hat Tomasi Sulu’ape schon vor lange Zeit ablegt. Auf einer Weltreise blieb er im Südpazifik hängen und begann auf Samoa ein neues Leben. Tomasi Sulu’ape blieb lange auf der Insel und lernte die Familie Sulu’ape kennen. Viele Meister der samoanischen Tätowierkunst gehören zu den Sulu’apes und auch Tomasi entdeckte seine Leidenschaft für traditionelle samoanische Tatau – wie diese im polynesischen genannt werden. Er wurde Teil der Familie Sulu’ape und wie ein Sohn in die samoanische Gemeinschaft aufgenommen, lernte dort das Handwerk von der Pike auf.

„Die Tatau sind für Samoaner weit mehr als reiner Körperschmuck, sie zeigen Status und Herkunft, spenden Lebenskraft und können die eigene Lebensgeschichte gezielt beeinflussen“, so Tomasi Sulu’ape. Heute tatauiert er in seinem Atelier in Freiburg. Doch kommerzielle Tätowierungen, die aus dem Katalog ausgesucht werden, gibt es bei Tomasi nicht. Tomasi tätowiert auf traditionelle Weise, die Technik folgt uralten Abläufen und seine Kunden wissen anfangs nicht, was in ihre Haut gehämmert wird. Sulu’ape nutzt keine Schablone, zeichnet lediglich grobe Strukturen. Das wirkliche Tattoo entsteht erst richtig auf dem Körper.

Bevor es ans Tätowieren geht, muss der Kunde sich Tomasi offenbaren. Jede seiner Tätowierungen ist einzigartig, die Kombination der Tattoomuster erzählen die persönliche Lebensgeschichte der Träger. Je mehr Tomasi von seinem Kunden weiß, umso leichter findet er die passenden Muster, denn jedes Motiv hat mehrere Bedeutungen und wird vom Tattoomeister ganz individuell kombiniert.

Nähere Informationen zu Tomasi Sulu’ape unter: http://www.tatau-samoa.com Der ZDF-„sonntags“-Beitrag ist in der Mediathek unter folgendem Link abrufbar (Beitrag beginnt ab Minute 10:10): https://www.zdf.de/gesellschaft/sonntags/unsere-haut---spiegel-der-seele-100.html

Nach vielen Reisen und Aufenthalten in den unterschiedlichsten Ländern dieser Welt, traf Tomasi in Barcelona jemanden, der ihn tief beeindruckte und nicht losließ. Er folgte den Spuren dieses Mannes – Sua Sulu’ape Paulo – nach Neuseeland, die Suche nach ihm führte ihn schlussendlich nach Samoa, wo glückliche Fügungen ihn mit der Familie dieses Mannes zusammenbrachten, der Familie Sulu’ape. Auf Samoa ist diese Familie bekannt für ihre vererbte traditionelle samoanische Tätowierkunst.

Hier wurde er Mitglied der Familie Sulu’ape und an die traditionelle samoanische Tattookunst herangeführt, lernte die Technik sowie die Tradition. Nachdem er zehn Jahre gereist war, kehrte er nach Deutschland zurück. Seitdem trägt er die traditionelle samoanische Tätowierkunst mit großer Verantwortung in die Welt. Dazu zählt, dass er Treffen für Künstler, Tätowierer und Freunde wie Interessierte organisiert, häufig zu Gast auf Tattoo Conventions ist, wo er vor Publikum tätowiert und Tätowierer aus der ganzen Welt empfängt, um einen Austausch zu ermöglichen.

Zusätzlich ist er ich auch Referent an den Universitäten Freiburg, Wien und Zürich für Ethnologie und Anthropologie. Damit möchte er Kulturen zusammenbringen und für Verständnis zu sorgen. Als Mitglied der Black Crack Sessions, der National Tattoo Association of America und der Pacific Tattoo Association of Australia, hat er internationale Tattoo Events organisiert, darunter die dritte Samoanische Convention in Erinnerung an Sua Sulu’ape Paulo in Apia. Darüber hinaus setzt er seine Kunst mittlerweile in Designs, Kundenprojekten, Kunst und Fashion um.